Kunsthaus Lempertz / Kataloge / Sammlung Rudolf Indlekofer, Nachlaß A. Indlekofer
 
Vorbesichtigungs-Termine

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Köln
Donnerstag 22. bis Freitag 23. November
10 – 13 Uhr 14 – 17.30 Uhr

Samstag 24. November
10 – 17 Uhr

Sonntag 25. November
11 – 16 Uhr

Montag 26. November
10 – 13 Uhr 14 – 17.30 Uhr

Dienstag 27. November
10 – 15 Uhr (durchgehend)

Berlin
Poststraße 22 (in Auswahl)
Freitag 9. bis Sonntag 11. November
11 – 17 Uhr

Brüssel
1, rue aux Laines (in Auswahl)
Donnerstag 8. bis Sonntag 10. November
11 – 17 Uhr

München
c/o Galerie Sabine Knust (in Auswahl)
Ludwigstraße 7
Cocktail 29. Oktober, 18 Uhr
Montag 29. bis Mittwoch 31. Oktober
11 – 18 Uhr


Versteigerung Sale

Köln
Mittwoch 28. November 2007
16.30 Uhr c.t.


Neumarkt 3
50667 Köln (Germany)
Tel 0221/925729-0
Fax 0221/925729-6
info@lempertz.com
www.lempertz.com


Zum Katalog

Jede Privatsammlung spiegelt nicht nur eine Passion sondern naturgemäß die persönlichen Vorlieben. Diese bestimmen, ob bewusst gepflegt oder eher intuitiv geprägt, die Auswahl und die Zusammenstellung der Objekte. Auch die Zeit und die Umstände, unter denen sie entstand, prägen ihren Charakter.

Die ehemals umfängliche Kunstsammlung des Basler Druckers und Verlegers Rudolf Indlekofer (BDV, Basilius-Presse) erwuchs nicht nur aus der freundschaftlichen Beziehung und Zusammenarbeit mit Ernst Beyeler, dessen Galeriekataloge er seit den fünfziger Jahren druckte, sondern auch aus den Kontakten zu Künstlern und Kunstschriftstellern. Der Schweizer Tradition folgend, war Indlekofer die qualitätvolle wie moderne Gestaltung und Herausgabe des Kunstbuches ein besonderes Anliegen. Rudolf Indlekofer, 1910 in Basel gebürtig, verstarb 1997 in Davos.

Seine Sammlung zeigt eine klare Vorliebe für die leuchtenden, farbigen Zeugnisse künstlerischer Abstraktion: von den Anfängen im Expressionismus (Indlekofer besaß Arbeiten von E.L. Kirchner, von Hans-Rudolf Schiess) über Beispiele der klassischen Moderne, des synthetischen Kubismus bis zur frühen geometrischen Abstraktion. Er erwarb bedeutende Zeugnisse der internationalen Nachkriegsabstraktion, insbesondere der Pariser Malerei: der vorliegende Katalog umfasst Werke von Serge Poliakoff, Maurice Estève, Sam Francis und eine farblich atemberaubende frühe Komposition des Italieners Piero Dorazio. Mit Auguste Herbin oder mit Otto Nebel verbanden ihn persönliche Freundschaften. Ein Solitär ist das Stilleben von Jean Dubuffet aus dem Jahr 1943, eines der äußerst raren Arbeiten aus der Zeit vor 1945, in denen die Wandlung zur revolutionären „Art Brut“ vollzogen wird. Ergänzt wird dieses Ensemble von schönen, musealen Einzelstücken durch eine Kollektion von afrikanischer und ozeanischer Skulptur und den in den späten fünfziger und sechziger Jahren stark international hervorgetretenen „Peintres Naïfs“, die es heute vielleicht wiederzuentdecken gilt. Eine Auswahl wurde hier integriert, um den Charakter der Sammlung noch einmal lebendig werden zu lassen.

Sie ist letzthin ein vom Empfinden des Sammlers getragenes Zeugnis dessen, was die Kunstentwicklung im 20. Jahrhundert begründete: Kunst als unmittelbarer und elementarer Ausdruck individueller, menschlicher Kreativität, wesenhaft und in diesem Sinne: „naiv“ oder „primitiv“. Hatte doch Kandinsky schon 1911, an der Wiege der Abstraktion stehend, für den Almanach des „Blauen Reiter“ (der außereuropäische Kunst, Volkskunst und Kinderzeichnung integrierte) in einem Brief an Franz Marc formuliert: „In dem Buch muß sich das ganze Jahr spiegeln, und eine Kette zur Vergangenheit und ein Strahl in die Zukunft müssen diesem Spiegel das volle Leben geben. [...] Da bringen wir einen Ägypter neben einem kleinen Zeh, einen Chinesen neben Rousseau, ein Volksblatt neben Picasso.“ (zit. nach: Ausst. Kat. Der Blaue Reiter, Kunsthalle Bremen 2000, S. 14). Die Nebeneinanderstellung der einander zunächst fremden Objekte ergeben überraschende Vergleichsmöglichkeiten und mögen die Wahrnehmung nicht nur steigern, sondern auch die Sinne schärfen für die eigentümlichen Qualitäten der verschiedenen Segmente.

Waren schon in den vergangenen Jahren Objekte der Sammlung bei Lempertz sehr erfolgreich versteigert worden, - man erinnere sich u.a. an die beeindruckenden Werke von Natalja Gontcharova (Holzfäller, 1907/1908), von Albert Gleizes (Sur L’Avenue, 1920, aus der Sammlung David Thompson, Pittsburgh) oder an die dichte farbsprühende Komposition von Jean-Paul Riopelle aus dem Jahr 1952/1953, die einmal bei Felix Handschin in Basel erworben worden war -, so umfasst der vorliegende Katalog eine letzte Auswahl aus dem Nachlaß von Anneliese Indlekofer, Rheinfelden.
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